Erbsenprinzessin usw.

Februar 2018

Es war einmal …

 

Spontanität ist mein zweiter Vorname – doch wenn ich so weitermache, dann sehe ich aus wie ... Das Foto links hat übrigens Bernd gemacht.

 

Im Rahmen unseres ehrenamtlichen Selbsthilfeprojektes für chronisch Schmerzkranke ist mir bekanntlich oft nach Galgenhumor zumute.

 

Dass das Märchen von der „Prinzessin auf der Erbse“ beweist, dass Schmerzkrankheiten wie Fibromyalgie in Verbindung mit Hypersensibilität  keine Erfindung der Neuzeit sind, habe ich auch bereits am Anfang unseres Projektes erwähnt. Doch so ein Märchenbild umzusetzen hatte ich erst für den Sommer angedacht. Ich wollte ein Gitterbett gülden lackieren, Matratzen sammeln, große Erbsen besorgen, ein grünes Ballkleid auf dem Flohmarkt finden und so weiter und so heiter. Alles ganz stressfrei und in Ruhe. So dachte ich bis Ende Februar und war eigentlich auf das für den nächsten Tag angesetzte Schmerzshooting fokussiert.

 

Da schwebte plötzlich und unerwartet und unangemeldet eines meiner Lieblingsmodels aus dem Ausland ein: „Haste Zeit? Ich fliege morgen wieder und weiß noch nicht, wann ich das nächste Mal komme.“ „Öh, ne, Zeit habe ich nicht, aber macht fast nix. Schlaf wird ja eh überbewertet.“

 

Flugs also den Bernd angemailt, also meinen lieben Co-Fotografen, den ich auch nicht 2 x zu bitten brauchte. Ich hatte ja geahnt, dass ihm so ein Schmerzshooting gefallen könnte.

 

Während jener sich auf den Weg machte, brachte ich das Atelier in künstlerische Unordnung. Grünes Ballkleid in passender Größe war nicht, aber die grüne Korsage haben wir schließlich an vier Häkchen zu gekriegt. So mit dem fotologischen Knie im Modelrücken und mit vereinten Kräften. Immerhin: Der Omaschlüpper passte wie angegossen. Der Bling-Bling-Ring auch.

 

Bernd baute die Blitzdingse auf. Seine Liebste hatte noch zwei Schachteln Trockenerbsen vorrätig gehabt und diverse Tiefkühlerbsentüten und ich noch eine kleine Dose mit Erbsen (ja, ich musste bis ans Monatsende Erbsen essen) und dann hieß es schon: „Achtung Aufnahme!“

 

Uff! Das war echt ein Blitzshooting gewesen. Aber es sind trotzdem keine Fotos-to-go geworden und unsere Prinzessin schaut auch nicht wie auf einem Passbild aus der Wäsche. Oder?

 

Unsere Emofotoprinzessin hat ja meistens den Schalk im Nacken, doch ich wollte am Schluss dieser 2 Stunden auch – "bitte-bitte" - ein Bild machen dürfen, dass ganz unverstellt zeigt, dass diese Frau auch ohne Show eine bildschöne Frau ist. Eine, die sich gar nicht immer hinter ihrer Gute-Laune-Alltagsmaske zu verstecken braucht. Sie muss nicht die sein, die immer lacht. Die immer macht. Sie kann auch einfach mal sie selbst sein. Dazu muss ich sagen, dass ich natürlich alle ihre Facetten zu schätzen weiß. Sie ist ein Geschenk für meine Art der Fotomache.


Ach ja, und wenn ich nicht gestorben bin, dann sammele ich immer noch Erbsen in der guten Fotostube auf. Die guten ins Töpfchen …

 

Fakira

Dezember 2017 

 

Besser ein Nagelbrett am Po als ein dickes Brett vorm Kopf!

"Ähm?!"

Der freundliche Fachverkäufer im hiesigen Baumarkt war deutlich irritiert. Da die Schachteln mit den Nägeln immer nur mit Gewichtsangaben versehen sind, war er leider nicht in der Lage mir zu sagen, wie viele Nägel in so einer Schachtel drin sind. Als ich ihm erklärte, dass ich 500 gleich lange, sehr lange Nägel bräuchte, um ein Nagelbrett zu bauen, da war es mit seiner Fassung vorbei. Er hätte keine Erfahrung mit Nagelbrettern und eh nur von der einen Sorte großer Nägel mehr als eine Schachtel auf Lager.


Den Rest des Nachmittages verbrachte ich zuhause damit, eigenhändig 450 Nägel in eine Holzplatte zu hauen. Der freundliche Fachverkäufer aus dem Baumarkt hatte gemeint, jene – nicht ganz billige - Holzplatte würde dabei nicht splittern. Von wegen. Obgleich ich jeden einzeln Nagel vorher fachfraulich am Kopf – also den jeweiligen Nagelkopf - etwas platt gekloppt hatte, hat es immer noch gesplittert, dass die Späne flogen. Dabei war das Letzte was ich wollte, dass sich mein vorgesehenes „Schmerzmodel“ Splitter in den Popo rammt. Ich habe übrigens auch darum wiederholt probegesessen. Ist nix passiert. Alle/s heile geblieben. Auch die anderen Probesitzerinnen haben alles gut überstanden bzw. übersessen. Ach ja, was tut frau nicht alles für ein Foto.

 

Warum ich so ein Foto überhaupt hatte machen wollen? Na, damit es im Rahmen unseres Selbsthilfefotoprojektes für chronisch Schmerzkranke auch Schmunzelbilder anzugucken gibt. Und so ein bisschen Schmerztraining ist ja vielleicht auch wie Homöopathie: Ähnliches mit Ähnlichem bekämpfen. Oder so.


Liebe tapfere "Fakira": Ich danke Dir für Dein Vertrauen und auch dafür, dass Du für diesen einen Nachmittag die ganz weite Anreise aus dem fernen Ausland auf Dich genommen hast. Du bist echt: spitze.


Mein besonderer Dank gilt auch wieder Bernd, der unermüdlich insbesondere im Hintergrund gewirkt hat. An den Blitzen, an der Nebelmaschine, in der Requisite …

 

"Was tun?", sprach Zeus.

"Die Göttin ist besoffen."

Dieses Schmerzgöttinenschooting ist schuld, dass mein Ponygarten nicht mehr alle Latten am Zaun hat. Ein vorbei fahrender Autofahrer hatte nicht an uns vorbei gucken können. Ups.
Auch wenn ein Helm im Prinzip mehr Sicherheit bietet. So ein Nudelsieb schützt vor Schmerzstrahlen genauso gut wie ein Aluhut.
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